MENÜ

Geschichten

Warum die berge so sind wie sie sind.

die: weil nicht irgendeine. und doch alle. unbestimmter, generischer, proprialer Artikel. bestimmender und weiblicher Artikel. Im Ötzal spricht man sie bewusst aus, die Artikel. Und prinzipiell wird alles sauber ausgesprochen. Sonst wird in Tirol eher verschluckt. Man spricht auch: Das kommt aus „die Berge“, statt „den Bergen“.

berge: her-berge, geborgen, viele Berge, Die Berge, sie grüßen dich. Im Ötztal sagt man nicht „d‘ Bärg“, „ofter“(sondern) „die Baarge“. Der Ötztaler Dialekt ist immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe.

Drinnen in die berge ist es wie draußen auf die berge. Stein, Erz, Lärchen, Blumen, und schön. Gute Luft. Hell, luftig, schöne Ausblicke, angenehme Düfte. Dann fliegen da noch Schafe. Dann besetzen hier noch Flechten. Dann stehen da noch Rehe. Das Lärchenholz verbiegt sich. Die Lärchennadel verliert sich. Blumen blühen auf den Hängen. Duft ist in den Gängen. Die Familie Pult liebt die berge, Natur, die Tiere, Wandern, Touren, Bergsteigen, die Ötztaler Kultur, Darum ist das Hotel die berge. Schon auch weil es mitten drin steht. Aber auch weil hier die Schätze geborgen werden können: die Geheimorte mit den Almrosenhängen, der Fundort der Flechten, die uralten Lärchen, die luftigsten Gipfel, die klarsten Bäche, die unberührtesten Schneehänge der die schönsten Wege. Die Tränken der Gemsen, die Weiden der Schafe und die Lichtungen mit Rehen.

Aber das Wichtigste: Hier fühlt man sich geborgen. Die berge sind geladen mit Mythen und Geschichten. Und ein paar davon wollten erzählt werden. Über zwei Jahre hinweg sind diese entstanden. Teilweise durch tiefe Recherche, teilweise waren sie schon da und wollten geschrieben werden, andere haben wir ausgegraben, manche sind auch ganz neu, wie zum Beispiel die Geschichte über die Tränen der Rührung von mir, als ich der Familie Pult vorgeschlagen habe, die Sitzauflagen im Frühstücksraum in Farbe und Form der speziellen Flechten im Ötztal zu machen. Und Karoline dann extra nach Innsbruck gefahren ist, wegen etwas sehr Wichtigem! Ein 10 Kilo schwerer Stein, mit Flechten darauf. Die 10 jährige Tochter Viktoria hat ihn persönlich und mit Stolz aus 2400 Höhenmetern ins Tal getragen, damit ich die Farbe abnehmen kann. Horst Philipp, Designer. Tante Lotte Design

Lärche

Sie ist die Einzige. Sie schenkt uns im Herbst Ihr Nadelkleid. Weil nächstes Jahr will sie ein neues.

Es ist der 2015er Jahrgang. Lärchennadeln. Eingesammelt von der Familie Pult. Rund um die berge. Warten bis der erste Schnee kommt, sagt Christian. Das ist der Trick. Dann kann man die Nadeln schön von der Schneedecke absammeln. Und genau so, wie sie vom Baum in den Schnee rieseln, so wollten wir sie dann verwenden. Mal dichter, mal luftiger, mal überlagernd und manchmal bilden sie Figuren. Als Sichtschutz im Wellnessbereich. Als Vorhänge und für die Getränkekarten und Hotelbücher. Die Lärche ist ein besonderer Baum.
Sie wirft die Nadeln im Herbst ab. Als einziger Nadelbaum. Symbolisch betrachtet: Wirf Deine alten Kleider weg und zieh dir neue an. Ein bisschen erneuern und erholen. Das will man ja. In die berge. Und was Neues haben wir deshalb aus den Nadeln auch gemacht. Die Lärche wird bis zu 1000 Jahre alt, bei uns. Die Mythologie sagt, dass Lärche als Heimstatt der guten Feen dienen. Den „Saligen Fräulein“. Und die helfen den verirrten Wanderern. Denen, die die tausendjährigen Lärchen suchen. Und Blitze halten die Lärchen auch ab! Sagt man. Dazu ist Lärchenholz stark antibakteriell. Bakterien sterben in ein zwei Tagen. Auf Kunststoff leben sie einfach weiter. Laut Wissenschaft. Die Harze und Öle sollen gegen Gicht, Hexenschuss, Rheuma, Erkältungen, Durchblutungsstörungen und Infektionen helfen. Aber hauptsächlich sind es einfach wunderschöne Bäume.

Blühende Hänge

An den berghängen, dort wo‘s den Bäumen zu kalt wird, da erblühen, duften und strahlen sie.

Die Almrosen. Die Familie Pult war pflücken. Karoline, Katharina, Elisabeth, Viktoria und Christian. Ganz oben. Gesamte Hänge erstrahlen hier in Blütenpracht. Und auch die Familie hat dabei gestrahlt. Ein Blütenmeer in die berge. Duftend, Strahlend. Und ganz zum Gipfel hin, da werden es dann weniger, damit der Gipfel gut sichtbar bleibt. Darüber ist der klare Himmel. Jetzt strahlen sie in neuer Pracht. Und duften, durch das ganze Haus! Mit einem speziellen Verfahren werden die Blüten getrocknet und mit einem ökologischen Bindemittel versehen. Dann werden sie aufgestreut und verteilt, so wie am berg oben auch. Das haben Karoline und Christian selbst übernommen, denn die wissen wie! Alpenrosen, wie sie auch heissen, sind gar keine wirklichen Rosen. Eigentlich sind sie Heidekräuter. Sie blühen von Mai bis Juli und wachsen bis 2500 Höhenmeter. In manchen Gegenden sind sie geschützt. Gepflückt haben sie deshalb nur ein bisschen. Wegen den anderen Bergsteigern. Zum Freuen. Weil oben strahlen sie noch viel intensiver. Die berge erzählt Geschichten über die berge. Um zu Verführen: zum selber finden. Die blühenden Hänge.

Baamen

Jahrhunderte alte Schätze. Geborgen aus der Tiefe. Im Flussschotter haben sie gewartet. Jetzt erzählen sie ihre Geschichten und zeigen ihre Kraft und Schönheit.

Die Baamen haben wir gefunden. In der Baugrube! Mit dem Bagger! Wie schön. Hat sich die Familie Pult gedacht. Auch der Dorfarchivar. Der durchsucht die Archive. Da gibt‘s nämlich eine Sage. Mit zuviel Schnee. Die Familie hat‘s nicht in die Kirche geschafft. In Sölden! Darum Lawine. Samt dem Stadl, in dem sie gewohnt haben. Aber so sind halt die Sagen. Was für Geschichten! Was für Schönheit. Stadl? Kirchdach? Warch? Und wann? Und wie? Kiefer? Fichte? Lärche? Der perfekte Tischler sagt alles kleinschneiden und wieder zusammenleimen. Langweilig! sagt Tante Lotte. Ich will die Baamen sehen. In die berge geht’s auf. Und ab. Das wollen wir auch. Macht der Schwund und die Kraft des Holzes. Die berge und Täler. Selber. Und Schluchten! Haben sich aufgetan. Die waren nicht so geplant. Hat nämlich ein bisschen viel geschwunden und gekräftet. So 30 cm auf die 6 Meter der Bar.
Weil jahrhundertelang im Flusskiesel! Mal triefnass, mal staubtrocken. Da werden alle Harze und Öle rausgewaschen. Aus den Zellen. Und dann bewegen sie sich. Schrumpfen und quellen, biegen und strecken sich. Wie die berge. Unberechenbar. Von den Baamen ist kein Leistchen übrig. Selbst die Steckverbindungen sind Gucklöcher. In die Zukunft? An den Baamen muss getrunken werden. Gläser schaukeln! Gripfen und Weinzeichnungen. berge erklimmen und Täler durchschwimmen. Geschichten erzählen sich. Geht nicht anders. Mal spannend, mal ruhig. Immer auf und ab. Wie die berge.

Oh Deer

Um die Lichtung tümmeln sie sich, pirschen sich an, sprungbereit. Die Kostbarkeiten der berge werden hier geteilt. Und deren Geheimnisse weitergeflüstert

Leicht und stabil sollten sie sein. Dazu flink und wendig, man ist ja in die berge. Wie ein junges Reh oder eine Gemse. Ein bisschen Ur-Tiroler Brettstuhl. Der mit Herzerl. Und ein Werkzeug. Eine Schaufel oder ein Spaten. Mit Griff. Zum Mitnehmen und Schätze ausgraben. Nicht auf die berge, aber zu den Geschichten. Am Nachbartisch.
Über die berge. Luxus gab es früher nie. Im Ötztal. Deshalb kein Glitzern und Funkeln. Kein Gold und Brokat. Aber wertvoll schon. Die Schätze aus dem Ötztal. Die haben wir geborgen! Die schöne Lärche, wie sie rundum wächst. Der harte Stahl. Den haben die Ötztaler immer schon ausgegraben. Der war kostbar. Nur für wichtige Dinge! Dort wo’s wirklich halten muss. Und die Polster sind aus Schäfchen. Nur die Wolle natürlich. Das alles haben wir genommen und da wir heute heute haben, hat die Form der Computer gemacht. Zumindest geholfen. Aber das Früher haben wir auch geehrt. Dreieckig waren hier die Lehnen schon immer. Und aus jeder Richtung sehen sie anders aus. Sind alle Beine unterschiedlich? Hier ist alles schräg, weil gerade gibt es in der Natur auch nicht. Und die Beine haben die Stühle hier immer schon von sich gestreckt. Dann steht sich‘s besser. In die berge. Wie die Rehe, lauschend, sprungbereit. Weil die berge rufen.

Whisperwool

Weil die sind uns die Liebsten. Die Schäfchenwolken.

Sie fliegen! Die Schäfchen. Über die berge. Von oben schauen sie. Kein Echo. Gute Luft. Keine Gifte. Wie die berge. Sie schweben auf Holzlatten. Wie Wolken. Darüber sind die Kabel und Rohre. Es ist aber kein Filz. Der ist zu weich. Nein. Whisperwool ist was ganz Neues.
Verdichtete Wolle. Soviel Natur wie möglich. Wolken werden ja zu Regen und Fluss und so weiter und so fort wieder Wolken. Whisperwool wird auch wieder Whisperwool. Ohne Reste. Und die Wolle? Ist sonst kaum zu gebrauchen. Zu grob. Die Bauern freuen sich. Aber wie kam es denn dazu? Beim Experimentieren ist so ein Wölkchen entstanden. Gerade so groß wie ein Poesiealbum. Familie Pult und Architekt Reiter haben‘ s gesehen. Und wollten‘s. Schäfchenpoesie für die berge. Tante Lotte jedoch war ohne Ahnung wie. Poesiealbum Ok. Aber Enzyklopädie? 800 Quadratmeter in 3 Monaten? Tante Lotte hat einmal ja gesagt. Alles kein Problem. Also hat sie eine Maschine gebaut. Nicht ganz. Aber doch einiges umgebaut. Und Tiroler Wolle gepflückt. 4 Tonnen. Und losgedichtet. Geliefert hat sie jedoch erst Matratzen. 2 bis 5 cm dick statt Platten mit 1 cm. Und ein Monat zu spät. Blitz und Donner! Bauleitung, Monteure, Familie, Architekt. Da war wohl ein Bruch in der Wolkenproduktion. Hat sich dann aber geklärt. Aber Zeit war dann gar keine mehr. Tag und Nacht. Alle Trübungen sind nicht entfernt. Kanten und Dicken, aber: Die Schafe fliegen! Und das was sie sollen, das können sie: Angenehme Räume. Akustik. Raumklima. Keine Schadstoffe. Und hier fliegen sie das erste mal! Stolz. Wie die berge.

Alma

Muster aus echten Blumen statt Blumenmuster.

Duftdesign: Aufgabenstellung: betören Man nehme: Almrosen und eine Brise Lavendel Kräftig umrühren. Steif schlagen. In Formen giessen. Das ist etwas ganz Neues. Speziell für die berge. Ein Textil nur aus Blumen. Und diese sogar selbstgepflückt. Bei Alma ist alles Handarbeit. Vom Blumenpflücken bis zum Stahlgestell. Was kann nun ein Designer anderes machen, als eine Blume! Mit so einem Blumentextil. Ehrlich. Wäre doch absurd. Nur angedeutet natürlich. Damit es nicht kitschig wird. Unten sind die Blätter, der Stängel und oben blüht und strahlt es. In den bergen ist es schroff und kantig. Deshalb Rohstahl als Gestell. Weil das passt ja auch zum Ötztal. Grob verschraubt und geschweisst. Rechteckig, quadratisch, geometrisch. Möglichst reduziert auf das Nötigste. Und fokussiert auf das Wichtigste. Die Blumen. Die sollen schön leuchten. Und duften. In die berge.